V. Prozessuale Durchsetzung der Grundrechte

Die einzelnen Verfahren im Mehrebenensystem - Nationale Ebene

Auf nationaler Ebene ist zwischen den Verfahren auf Bundes- und Landesebene zu differenzieren. Neben dem Grundgesetz enthalten auch die jeweiligen Verfassungen der Bundesländer grundrechtliche Gewährleistungen. Das Verhältnis dieser vertikalen Grundrechtssysteme zueinander bestimmt Art. 31, 142 GG.27

 

Bild des Bundesverfassungsgerichts

 

Auf Bundesebene kann vor dem BVerfG Grundrechtsschutz über die Verfassungsbeschwerde (Art. 94 Abs. 1 Nr. 4a GG, § 13 Nr. 8a BVerfGG) ersucht werden. Die Entscheidung des BVerfG bindet gemäß § 31 Abs. 1 BVerfGG alle staatliche Gewalt und entfaltet bei der Unvereinbarkeit eines Gesetzes mit den Grundrechten auch Gesetzeskraft (§ 31 Abs. 2 S. 2 BVerfGG). Objektive Kontrollverfahren bilden die abstrakte (Art. 94 Abs. 1 Nr. 2 GG) und die konkrete Normenkontrolle (Art. 100 Abs. 1 GG).

Auf Länderebene bestehen in Bayern die Verfassungsbeschwerde (Art. 120 BV, Art. 51 ff. VfGHG), die Richtervorlage (Art. 65, 92 BV, Art. 50 VfGHG) sowie die Popularklage (Art. 98 S. 4 BV, Art. 55 VfGHG).

 


27 Interessant ist hierfür die Entscheidung BVerfGE 96, 345, NJW 1998, 1296 zur Frage, ob ein Landesverfassungsgericht Bundesrecht an den Grundrechten der Landesverfassung messen darf. Im Ergebnis ist dies zu bejahen, sofern die Landesgrundrechte den gleichen Inhalt wie entsprechende Rechte des Grundgesetzes haben.

Bild: Guido Radig, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons, Bildquelle: Bundesverfassungsgericht

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